Die Außeneinheit eines Klimageräts, die außerhalb des Wohngebäudes installiert ist, ist zahlreichen Risiken ausgesetzt, die ihre Funktion und Leistungsfähigkeit beeinträchtigen können.
Wir erklären Ihnen, warum es sinnvoll ist, eine Schutzlösung für Ihre Außenklimaanlage vorzusehen, und zeigen Ihnen die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten auf – von der Verkleidung der Außeneinheit über Schutzhüllen, Gartenhäuser bis hin zu Sichtschutz aus Pflanzen – damit Sie die richtige Wahl treffen können.
Empfehlungen der Klimaanlagenhersteller
Die offiziellen Montage- und Bedienungsanleitungen der wichtigsten Marken (Mitsubishi Electric, Daikin, Atlantic, Toshiba …) weisen auf einen gemeinsamen Punkt hin: Die Außeneinheit sollte geschützt werden, solange die Belüftung nicht beeinträchtigt wird.
- Mitsubishi Electric empfiehlt eine Abdeckung oder ein Dach, um direkte Wassereinwirkung zu vermeiden.
- Daikin rät dazu, die Einheit vor Schnee zu schützen und bei Bedarf eine erhöhte Aufstellung zu nutzen.
- Atlantic empfiehlt je nach Umgebung einen Schutzaufbau oder ein Podest.
- Toshiba rät in windreichen Regionen zu einem Windschutz.
All diese Empfehlungen verfolgen dasselbe Ziel: Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und eine lange Lebensdauer.
Warum sollte man die Außeneinheit schützen?
Im Außenbereich installiert, ist die Außeneinheit zahlreichen Einflüssen ausgesetzt, die ihre Leistung und Lebensdauer negativ beeinflussen können.
1. Witterungseinflüsse
Wetterbedingungen wirken sich in vielerlei Hinsicht auf Klimaanlagen aus.
- Starker Wind kann Schmutz und Fremdkörper in den Ventilator schleudern.
- Sonneneinstrahlung kann zu Überhitzungszyklen führen.
- Extreme Kälte kann den Kältekreislauf einfrieren und den Betrieb von Wärmepumpen-Klimaanlagen beeinträchtigen.
- Schnee kann sich auf dem Gerät ansammeln und es direkt Feuchtigkeit aussetzen.
2. Spiele von Kindern
Gegenstände in das Gitter stecken, Wasser einfüllen, das Gerät stoßen…
All dies kann mechanische oder elektrische Schäden verursachen. Zudem stellt ein in Betrieb befindliches Gerät ein Risiko für Kinder dar – ebenso wie für die Klimaanlage selbst.
Der Schutz erfüllt hier also einen doppelten Zweck: Schutz des Geräts und Schutz der Kinder.
3. Tiere, Vandalismus oder Diebstahl
Da sich die Motoreinheit im Außenbereich befindet, ist es schwieriger, sie dauerhaft zu überwachen und zu sichern. Angeknabberte Kabel, verbogene Lamellen, Stöße oder Beschädigungen – selten, aber möglich.
4. Zusammenfassung: Leistung und Lebensdauer sichern
Eine ungeschützte Außeneinheit kann schnell an Effizienz verlieren.
Temperaturschwankungen, Laub, Windböen oder Schnee zwingen das Gerät häufig zu Ausgleichsleistungen: Es läuft stärker, länger und häufiger.
Langfristig kann dies zu Folgendem führen:
- einem schleichenden Leistungsabfall,
- einem höheren Stromverbrauch,
- unnötigen Abtauzyklen im Winter,
- Überlastbetrieb bei großer Hitze,
- und insgesamt zu einem beschleunigten Verschleiß der Komponenten.
Die Außeneinheit zu schützen bedeutet daher schlicht, dem Gerät normale Betriebsbedingungen zu ermöglichen. Das sorgt für mehr Komfort, konstante Leistung und eine längere Lebensdauer – Saison für Saison.
Welche Lösungen gibt es zum Schutz einer Außeneinheit?
Die Außeneinheit einer Klimaanlage verdient mehr als eine improvisierte Verkleidung. Sie benötigt eine speziell dafür konzipierte Schutzlösung, die sie schützt, ohne die Luftzirkulation zu behindern. Hier ein Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten, um Ihnen die richtige Entscheidung zu erleichtern.
1. Den richtigen Standort für die Außeneinheit wählen
Schon vor der Wahl einer Schutzlösung spielt der Standort eine entscheidende Rolle.
Bei Südausrichtung droht Überhitzung. In Hauptwindrichtung ist die Einheit Windböen und Schmutz ausgesetzt. Zu viel Schatten oder eine Nordausrichtung erhöhen hingegen das Risiko von Frost im Winter.
Der ideale Standort ist ein Kompromiss: mäßige Sonneneinstrahlung, wenig direkter Wind, ausreichend Freiraum für die Belüftung und guter Zugang für Wartungsarbeiten.
Da dieser Idealzustand nicht immer gegeben ist, sind ergänzende Schutzmaßnahmen oft notwendig.
2. Lamellenverkleidung: Schutz und kontrollierte Optik
Eine Lamellenverkleidung ist häufig die effektivste Lösung.
Die Lamellen gewährleisten die notwendige Luftzirkulation für den Kompressor, während die Konstruktion das Gerät vor Witterung, Stößen, Kindern und sogar neugierigen Tieren schützt.
Zudem verbessert sie die Optik: Die Außeneinheit wird optisch „unsichtbar“ und fügt sich harmonisch in Terrasse, Fassade oder Garten ein – bei gleichzeitig einfacher Demontage für Wartungsarbeiten.
Achtung:
Nicht jede Verkleidung ist geeignet. Modelle mit Lochmustern oder rein dekorativen Designs bieten oft keinen ausreichenden Luftdurchsatz und können Überhitzung oder Leistungsverlust verursachen. Bevorzugen Sie langlebige Materialien wie pulverbeschichtetes Aluminium oder behandeltes exotisches Holz.
3. Eine DIY-Schutzlösung selbst bauen
Eine selbstgebaute Verkleidung kann attraktiv erscheinen: individuelle Gestaltung, geringere Kosten, Heimwerkerstolz. Doch DIY erfordert Präzision und Fachwissen – insbesondere, um den Luftstrom nicht zu beeinträchtigen.
Viele Anleitungen berücksichtigen nicht:
- den notwendigen Abstand rund um das Gerät,
- die seitliche und obere Belüftung,
- die langfristige Witterungsbeständigkeit von Holz,
- den Wartungszugang.
Dieses Thema haben wir in einem ausführlichen Artikel behandelt, inklusive eines Erfahrungsberichts einer Nutzerin, die zunächst eine DIY-Lösung getestet hat, bevor sie sich für eine langlebigere Variante entschied.
Lesen Sie mehr: „Warum ich von einer DIY-Verkleidung zu DECOCLIM gewechselt bin“ – Erfahrungsbericht von Cécile Leprêtre aus Lille
4. Pflanzlicher Sichtschutz: schön, aber anspruchsvoll
Ein pflanzlicher Sichtschutz wirkt natürlich und ästhetisch.
In der Praxis erfordert diese Lösung jedoch viel Aufmerksamkeit.
Pflanzen müssen regelmäßig geschnitten werden und dürfen das Gerät nicht berühren. Laub kann angesaugt werden, Äste die Belüftung behindern und Wartungsarbeiten erschweren.
Eine optische Lösung – keine technische.
5. Unterbringung in einem gut belüfteten Gartenhaus
Die Platzierung der Außeneinheit in einem Gartenhaus kann sinnvoll erscheinen, funktioniert jedoch nur bei ausreichender Belüftung. Viele Standard-Gartenhäuser sind zu geschlossen: Hitze, stehende Luft, Feuchtigkeit…
Stellen Sie sicher, dass das Gerät so frei atmen kann, als stünde es im Freien.
6. Schutzhülle für die Außeneinheit: nur für die Winterpause
Eine textile Schutzhülle schützt das Gerät im Stillstand.
Während des Betriebs ist sie jedoch gefährlich: Sie blockiert die Belüftung vollständig, fördert Kondensation und kann Überhitzung verursachen.
Sie sollte daher ausschließlich während der Winterpause verwendet werden – niemals im Betrieb.
FAQ – Das Wichtigste auf einen Blick
Ist der Schutz der Außeneinheit verpflichtend?
Nein, er ist nicht vorgeschrieben, aber dringend empfohlen. Ein geeigneter Schutz erhöht die Lebensdauer der Anlage, reduziert die Witterungseinflüsse und trägt zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit bei.
Darf man eine Außeneinheit vollständig abdecken?
Nein. Eine Außeneinheit muss stets ausreichend belüftet sein. Eine luftdichte Abdeckung führt zu Überhitzung, höherem Energieverbrauch und möglichen Schäden am Kompressor.
Reduziert eine Verkleidung den Geräuschpegel?
Sie senkt nicht die Geräuschquelle selbst, reduziert jedoch die Schallausbreitung nach außen. Eine gut konzipierte Verkleidung verbessert so den akustischen Komfort der Umgebung.
Welches Material eignet sich am besten?
Besonders zuverlässig sind pulverbeschichtetes Aluminium, das korrosionsbeständig und langlebig ist, sowie behandeltes exotisches Holz mit natürlicher Optik. Beide bieten ein ausgewogenes Verhältnis von Schutz und Design.
Kann man eine Verkleidung selbst installieren?
Ja, sofern sie belüftet, demontierbar und mit den Herstellerempfehlungen der HVAC-Branche kompatibel ist.
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